Katholische Landjugendbewegung Beckum

Geschichte

 

Wir möchten euch hier einen kleinen Überblick über die mittlerweile 60-jährige Geschichte der Beckumer Landjugend geben:

Die Landjugend Beckum wurde im Jahr 1950 gegründet. Die Lebensumstände in dieser Zeit unterschieden sich – vor allem auf dem Land –  sehr stark von denen, die wir heute haben. Der Alltag in jener Zeit war vor allem durch harte Arbeit geprägt. Große Maschinen, wie sie heute nicht mehr wegzudenken sind, waren damals noch unvorstellbar. Jeder musste auf dem Hof helfen, daneben blieb nicht sehr viel Zeit für Freunde oder Freizeit. Auch die Fortbewegung war noch nicht so einfach wie heute. Autos besaß zu Beginn der 50er Jahre bei weitem nicht jeder und erst ab 1953 wurde in den Bauernschaften mit dem Asphaltieren der Straßen begonnen. Man ging damals auch weitere Strecken – beispielsweise zur Sonntagsmesse – mal zu Fuß oder benutze – falls vorhanden – das Fahrrad. Der regelmäßige Besuch der heiligen Messe spielte in dieser Zeit außerdem für viele noch eine weitaus größere Rolle, als er es heute tut. Der wöchentliche Gang zur Gottesdienst war für alle selbstverständlich. Dies ist er heute – besonders für Jüngere – nicht mehr so sehr.

In dieser Zeit, im Jahr 1950, kam der damals 22-jährige Josef Neitemann mit einigen seiner Freunde aus den Beckumer Bauernschaften Dalmer und Unterberg auf die Idee, für die Jugend vom Land einen Verein zu gründen, in dem sie sich treffen und austauschen können und – neben der Schule – die Möglichkeit haben, sich besser kennen zu lernen, voneinander und miteinander zu lernen, aber auch Spaß zu haben, sozusagen als Ausgleich zum Alltag, der ja ansonsten durch viel harte Arbeit geprägt war. Zur gleichen Zeit bekam die Kirchengemeinde St. Stephanus einen neuen Kaplan mit dem Namen Kröger. Dieser war durch seine volksnahe, offene und freundliche Art vor allem bei den jüngeren Leuten sehr beliebt, er war auch Präses der schon existierenden Kolpingjugend. An ihn trat Josef Neitemann mit seinem Anliegen heran und beide begannen damit, ein Vereinskonzept zu entwickeln. Dies war der Beginn der Beckumer Landjugend.

In der Anfangszeit bestand das Programm aus so genannten Heimabenden. Ein- oder zweimal im Monat trafen sich die Mitglieder, die zumeist aus dem Dalmer und aus Unterberg II kamen, auf dem Hof eines Mitglieds. Dort wurden vor allem Gespräche geführt. Referenten hielten Vorträge über Landwirtschaft, Kirche oder Kultur. Auch Kaplan Kröger war immer dabei. Regelmäßig musste in der Sonntagsmesse das Banner getragen werden, anschließender Frühschoppen inklusive. Kirchliche Veranstaltungen hatten in der Landjugend einen sehr hohen Stellenwert. Ausflüge und gesellige Runden gehörten aber genauso zum Programm.

Mit der Zeit wuchs die Landjugend. Kamen die Mitglieder in den ersten Jahren noch vornehmlich aus den Bauerschaften Dalmer und Unterberg II, so waren es bald schon über 70, auch aus anderen Bauernschaften wie Unterberg I, Werse, Holtmar, oder Dünninghausen. Auf der ersten Generalversammlung wurde Josef Neitemann zum Vorsitzenden gewählt. Die erste Vorsitzende war Martha Brömse, (geborene Lammert). Zum Vereinslokal wurde das ehemalige Gasthaus Klockenbusch gegenüber der Unterberger Kapelle ernannt. Später traf man sich im Gasthaus „Zur Pumpe“ in Dünninghausen.

Mit den Zeiten änderte sich auch das Programm der Landjugend. Aus den anfänglichen Heimabenden wurden Gruppenstunden, die im Vereinslokal oder in der ehemaligen Unterberger Schule abgehalten wurden. Es gab nun eine große Vielfalt verschiedener abwechslungsreicher Aktionen, die ab 1985 auch im Pfarrheim St. Stephanus stattfanden. Bis heute ist das Pfarrheim der Ort vieler wichtiger Landjugendveranstaltungen wie der Mitgliederneuaufnahme oder der Generalversammlung einmal im Jahr.

Von ihrer Entstehung bis in die heutige Zeit hat die KLJB Beckum sich stark verändert. Nicht nur der Altersdurchschnitt ist in den vergangenen Jahrzehnten gesunken, heute kommen auch zahlreiche unserer Mitglieder aus der Stadt und nicht vom Land. Gruppenstunden oder Heimabende gibt es nicht mehr, dafür mindestens einmal im Monat eine tolle Aktion, an der sich immer viele Mitglieder begeistert beteiligen. Insgesamt hat die KLJB Beckum übrigens 160 Mitglieder. Sie ist damit die größte Ortsgruppe im KLJB-Bezirk Beckum.

Die Landjugend schafft mühelos den schwierigen Spagat zwischen kirchlichen, sportlichen, sozialen und auch spaßbringenden, unterhaltsamen Aktionen und ist damit ein wichtiger Teil der Jugendarbeit in Beckum. Und wir sind uns sicher, dass dies auch in Zukunft so bleibt.

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